Bd. 147 Nr. 2 (2025)
Abhandlungen

Ad fontes moralitatis. Zur Komplexität sittlicher Handlungsbewertung

Wiebke Brandt Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt image/svg+xml
Alexis Fritz Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt image/svg+xml

Veröffentlicht 2025-06-01

Schlagwörter

Abstract

In der sittlichen Bewertung von Handlungen wird häufig auf die fontes moralitatis, die „Quellen der Sittlichkeit“, rekurriert und die Gewichtung einzelner fontes (Objekt, Absicht und Umstände) diskutiert. Anhand einschlägiger Texte des kirchlichen Lehramts und Thomas von Aquins stellt der folgende Artikel zunächst einige Verständnisse der fontes moralitatis dar und untersucht diese auf ihre Konsistenz, Adäquatheit und Funktion. Dabei zeigt sich, dass bestimmte Konzepte der fontes moralitatis mehrere Ungereimtheiten aufweisen und teilweise widersprüchlich sind. Der Komplexität menschlichen Handelns werden sie kaum gerecht. Um eine unzulässige Vermischung der fontes mit normativer Ethik zu vermeiden, muss zudem stärker berücksichtigt werden, dass in hohem Maße perspektivabhängig ist, was als „Objekt“ einer Handlung gilt: Je nachdem, inwieweit Absicht und Umstände in die Objektbeschreibung einfließen, ändert sich gegebenenfalls auch die Handlungsbewertung.

Literaturhinweise