„Wandeln im Geist“ (Gal 5,25). Inspiration als handlungstheoretischer Grundbegriff einer pneumasensiblen Moraltheologie
Veröffentlicht 2026-09-01
Schlagwörter
- Inspiration,
- Pneumatologie,
- Unterscheidung der Geister,
- Handlungstheorie,
- Geistwirken
Abstract
Inspiration ist eine menschliche Grund- und Sinnerfahrung. Als solche treibt sie Menschen zum Handeln an. Dennoch spielt Inspiration in der Moraltheologie keine Rolle. Der Beitrag plädiert ausgehend von der paulinischen Ethik zunächst für eine pneumasensible Moraltheologie, die die Bedeutung des Geistwirkens für das menschliche Handeln ernst nimmt. Konkretisiert wird dies über einen ideengeschichtlich erschlossenen Inspirationsbegriff (Platon, Thomas von Aquin, Friedrich Nietzsche). Inspiration wird als komplexes „Hyperphänomen“ beschrieben, das sowohl theologisch-pneumatologisch als auch nicht-metaphysisch gedeutet werden kann. Am Beispiel der „Unterscheidung der Geister“ wird gezeigt, dass Inspiration stets der Prüfung bedarf, bevor mit einer digitalethischen Konkretion („digitale Inspiration“) geschlossen wird.