Bd. 146 Nr. 2 (2024)
Abhandlungen

Karl Rahner und der philosophische Pragmatismus. Der christliche Glaube zwischen historischer Genese und universaler Geltung

Martin Breul
Katholisch-Theologische Fakultät Erfurt Vertreter der Professur für Fundamentaltheologie und Religionswissenschaft
Biografie

Veröffentlicht 2024-06-01

Schlagwörter

  • Karl Rahner,
  • Pragmatismus,
  • Entwicklung des Glaubens,
  • Genese,
  • Geltung,
  • Synodaler Weg,
  • Synodalität
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Abstract

Die Wurzeln vieler heftiger innerkirchlicher Debatten liegen in unterschiedlichen Auffassungen darüber, welche Entwicklungsmöglichkeit christlicher Glaube hat. In diesem Beitrag verschränke ich Überlegungen Karl Rahners zur Entwicklung des Glaubens mit Überlegungen des philosophischen Pragmatismus, um zu zeigen, wie eine solche Entwicklungstheorie formuliert werden kann. In doppelter Abgrenzung zu einem Relativismus (demzufolge die gegenwärtige Gestalt des Glaubens kontingent ist) und einem Rationalismus (demzufolge eine bestimmte Gestalt des Glaubens bereits die Wahrheit Gottes selbst beinhaltet) verteidige ich die Auffassung, dass menschliche Ausdrucksformen der göttlichen Wahrheit zwar universale Geltung beanspruchen können, aber aufgrund ihrer konkreten sprachlichen Gestalt stets veränderbar bleiben müssen. Die sprachliche Bedingtheit menschlicher Rede von Gott macht deutlich, dass es sich immer um eine dynamische und performative Rede handelt, die sich wandeln kann und wandeln muss.