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Sie rufen: „Friede! Friede!“, aber da ist kein Friede, Eine christliche Kritik des Transhumanismus in Zeiten von COVID-19

Oliver Dürr

Abstract

Der zeitgenössische Transhumanismus hat sich die Optimierung, qualitative Steigerung und Verlängerung des gesunden Lebens mit wissenschaftlich-technischen Mitteln zum Ziel gesetzt. Hinter dieser Agenda steht ein reduktionistisches, informationsmonistisches Welt- und Menschenbild einer restlosen Verfügbarkeit sowie das Anliegen einer absoluten und uneingeschränkten Selbstgestaltungsfreiheit des Individuums. Erst aus einer entsprechend reduktionistischen Unterschätzung des Menschen, die zwischen Digitalem und Menschlichem nicht mehr unterscheiden kann, speist sich die radikale Selbstüberschätzung des Transhumanismus im Blick auf technische Machbarkeiten und Möglichkeiten in der Zukunft. Das transhumanistische Unsterblichkeitsprojekt wird aus philosophischer Sicht als unrealistische und wirklichkeitsfremde Hybris und aus theologischer als zeitgenössische Gestalt der Sünde interpretiert, der die Alternative des christlichen Glaubens entgegengehalten werden muss.

Contemporary transhumanism aims to optimize, enhance and prolong life through science and technology. Its agenda is driven by the reductionistic and informationalistic idea of a completely controllable world, and by a desire for absolute and unfettered freedom for individuals to design their lives. Eliding the distinction between the digital and the human spheres, transhumanism systematically underestimates humanity while overestimating future technological possibilities and feasibilities. The transhumanist project of seeking “immortality” should be criticized philosophically as a contemporary iteration of the sin of human overreach and self-aggrandizement. This whole project needs to be confronted with the alternative view of Christian faith.

Schlagworte

Transhumanismus; Theologie; Reduktionismus; Digitalisierung; künstliche Intelligenz; Human Enhancement; Sünde

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